Presse/Rezensionen

Natascha Gangls neues Buch: Nichts Nobles geschieht zufÀllig:

https://www.derstandard.at/story/2000118562428/natascha-gangls-neues-buch-nichts-nobles-geschieht-zufaellig

10 JAHRE  “DIE GROSSE ZOOLOGISCHE PANDEMIE”:

https://www.derstandard.at/story/2000116971650/pandemie-drama-natascha-gangl-schreibt-seit-2009

DAS SPIEL VON DER EINVERLEIBUNG:

9 x 9 = 81 und 8 + 1 = die 9, das Leben.
Von Astrid Nischkauer.  “Der Faden ist der Reiseweg entlang biografischer Stationen im Leben Unica ZĂŒrns. Man könnte den Faden aber genauso gut auch wieder herausziehen und die Perlen neu ordnen, ganz so, wie im Anagrammgedicht die Buchstaben von Zeile zu Zeile immer neu aufgefĂ€delt werden. Insofern könnte man den Klangcomic, das Buch und möglicherweise auch den Theaterabend sehr frei auch als eine Art Anagramm eines Stoffes verstehen.”

https://www.fixpoetry.com/feuilleton/kritik/natascha-gangl/das-spiel-von-der-einverleibung-frei-nach-unica-zuern?fbclid=IwAR0Ih2820fAE-zna2beqwrw_QTlf40187XdHouBDvA1z8rGJrD5iNC7pC_A

Natascha Gangl: Das Spiel von der Einverleibung.
VON MARCUS NEUERT,  “Auf diese Weise amalgamieren sich nicht nur Text und Bild, sondern ein StĂŒck weit auch die Persönlichkeiten der Dichterinnen. Es gehört wohl eine gute seelische und geistige Konstitution dazu, aus einem solch anstrengenden Experiment gewissermaßen “unbeschadet” wieder auftauchen zu können. Natascha Gangl, und mit ihr in kongenialer Bildsprache Toño Camuñas, gelingt mit “Das Spiel von der Einverleibung” nicht nur eine bemerkenswerte kulturelle Collage, sondern so etwas wie ein atmendes Denkmal fĂŒr die große Surrealistin Unica ZĂŒrn.”

https://www.literaturhaus.at/index.php?id=12777

Hommage an die Surrealistin Unica ZĂŒrn.
Verheißungsvoll schimmernde Prosa / Von Christian Metz “…sobald Natascha Gangl  von Berlin, ĂŒber Paris bis zur Île de RĂ© ihre Reise zu insgesamt 17 Lebensorten von Unica ZĂŒrn beginnt, entfaltet ihre literarische Einverleibung eine faszinierende Dynamik. Gangl erzĂ€hlt im epischen PrĂ€sens, um den Eindruck von Unmittelbarkeit, Rasanz, höchster Beweglichkeit zu erzeugen. Ihr Schreiben gleicht in einzelnen Passagen einem Impressionsgewitter…”

https://www.deutschlandfunk.de/hommage-an-die-surrealistin-unica-zuern-verheissungsvoll.700.de.html?dram%3Aarticle_id=477984&fbclid=IwAR0UX3hucUVMcRbUaKAEAnMxx1cXNFqsSSU9y5hmznBHyVJvXCzSB9pZYqg

Gangl trifft ZĂŒrn
Von Jan Kuhlbrodt ... “Gangl aber folgt vor allem der Biografie an die Orte, die den Kontext der Kunst ZĂŒrns zuallererst konstituieren, an ihren Beginn. Ein großartiges Buch in seiner Gesamtheit, von der Gestaltung bis hin zu den Bildern, dem Text und dem Kontext.”

https://www.piqd.de/literatenfunk/gangl-trifft-zurn?utm_source=Facebook&utm_medium=social&utm_campaign=piqer_sharing&fbclid=IwAR2jLCjUM4ZleUWVIYBMQwRSwjLDWQ4yP1sX4Rq5alRex3bEdRRsOGGPQbg

Autorin Natascha Gangl
„Ich ĂŒbe mich in radikalem Optimismus!“
Von Christoph Hartner, 12.04.2020 “… in die wunderbar sprachspielerischen, mystisch-grotesken und doch grundehrlichen Texte von Gangl kann man sich gut eingraben.”

https://www.krone.at/2134955

Immer bin ich ein Rennreiter und habe es nicht eilig. Natascha Gangls Wendy fĂ€hrt nach Mexiko lesend  (….) Ganz am Anfang des Buchs hat es geheißen: „Los derechos de los ninos. Los ninos tienen derecho a la vida.“ So wenig Spanisch verstehe und lese ich, um sagen zu können, daß ninos Kinder sind. Die Toten haben ein Recht auf Spiel. Der Satz von den Kindern ist ĂŒbersetzt worden in den Satz von den Toten. Und das heißt? Heißt das umgekehrt, daß die Toten ĂŒbersetzt sind und wieder verwandelt werden können in die Kinder, verwandelt werden können in den Anfang, das Vergangene gehen kann und wieder werden?
(Peter Waterhouse, Manuskripte, 213/2016.)

Natascha Gangl: Wendy fĂ€hrt nach Mexiko.  (…) Gangls Text gerĂ€t nie in Verdacht, etwas wie autobiographische AuthentizitĂ€t inszenieren zu wollen, selbst wenn die Autorin, die laut Klappentext „seit zehn Jahren zwischen Österreich und Mexiko“ lebt, aus persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen geschöpft haben sollte. „Wendy fĂ€hrt nach Mexiko“ ist somit eine höchstgradig subjektive Anverwandlung, Aneignung und gleichzeitig mittels individueller Formsprache erfolgende Umwandlung und Neuschöpfung von Welt. Man könnte auch einfach sagen: Gute Literatur. Und wie immer bei guter Literatur liegt gerade in der höchsten kĂŒnstlerischen SubjektivitĂ€t stets das alle Mitmeinende, alle Mitbetreffende, wird das kollektiv GĂŒltige im scheinbar SingulĂ€ren offenkundig (…)
(Gerald Lind, literaturhaus.at, 30. November 2015)

WEG MIT DEM BRAUTSTRAUSS!
Es sind die BesitzverhĂ€ltnisse, die die 1986 in Bad Radkersburg geborene Natascha Gangl interessieren (…) Den furcht- und respektlosen Umgang mit gesellschaftlichen Konventionen mag sie da auch gelernt haben: In Nein, ich will!, das in Graz uraufgefĂŒhrt wird, bringt sie die klassische Dramaturgie einer Hochzeitsfeier auf die BĂŒhne – um sie am lebendigen Objekt untersuchen und pervertieren zu können. Ihr Augenmerk richtet sie dabei weniger auf die Verbindung zwischen zwei Menschen – sondern auf den Ausschluss dieser beiden aus der Gruppe der Mitmenschen, den das zugleich bedeutet. Auch im Heimatsaal des Volkskundemuseums wird mit BrautstrĂ€ußen und Reis geworfen, werden BrĂ€ute entfĂŒhrt und Hochzeitsvideos gedreht. (…)‹Doch nicht nur ist die Musik nicht lĂ€nger tanzbar, werden Requisiten missbraucht – auch die klare Rollenzuschreibung bricht. Besucher sind nicht nur ZaungĂ€ste, sondern können potenziell jede Rolle einnehmen: die des Gastes, eines Familienmitgliedes oder des Liebesobjektes. Im Setting einer Eheschließung, dem Zelebrieren von Abgrenzung und Ausschluss, feiern Gangl und die Transmissionare die Unendlichkeit der Möglichkeiten. Denn die sind in der eifersĂŒchtigen Abschottung natĂŒrlich schon mitgedacht. –
(hein, Spezial, DER STANDARD, 19.9.2014)

Worte wie NĂŒsse knacken
Mainz, 17. April 2014. Es geht, grob gesagt, um (Ein-)BrĂŒche aller Art: um den Wohnungseinbruch wie den Einbruch eines Virus, das Einbrechen einer Beziehung wie den Bruch mit Konventionen, den Zusammenbruch von Systemen wie den Einbruch in fremde RĂ€ume etc. pp. In ihrem Text mit dem schön sperrigen Titel “Die große zoologische Pandemie” umkreist die Mainzer Hausautorin Natascha Gangl ihr Sujet mit spitzfindigem Sprachwitz und jelinekschem Furor. In sechs Kapiteln und einem Abgesang entwickelt Gangl einen ganzen Zoo an Bedeutungen und VerknĂŒpfungen, Referenzen und Assoziationen. Das macht sie pointiert, sprachbewusst und lebensklug. Nicht weniger als der Zustand der kleinen und der großen Welt steht bei ihr auf dem Spiel. (…)
(Shirin Sojitrawalla, Nachtkritik.de, 17.April 2014)

Das Leben ist ein großer Einbruch
UrauffĂŒhrung von Natascha Gangl am Staatstheater Mainz
Viel LĂ€rm um „nichts“. Denn „Nichts das dir wertvoll ist kann man dir rauben“. Die fehlende Interpunktion in diesem Satz erlaubt unterschiedliche Betonungen und so könnte auch „nichts“ jemandem sehr wertvoll sein. Von Mehrdeutigkeiten dieser Art wimmelt es in Natascha Gangls Text „Die große zoologische Pandemie“. Die Österreicherin, in dieser Saison Hausautorin am Staatstheater Mainz, hat darin eine fortwĂ€hrende Assoziationskette geknĂŒpft, lĂ€sst das MĂ€andernde mĂ€andern und kommt dabei der Darstellung der Suche, nach etwas, die viele Menschen umtreibt, recht nah. (…) Da funkelte Gangls Sprachwitz, ohne aber ErklĂ€rungen liefern zu wollen. Die gibt es auch in der nun zweistĂŒndigen Variante des Textes nicht, sondern nur den ironischen Ratschlag der Autorin: „Geben Sie den schlauen Plan, der auf ein schlaues StĂŒck aus ist, das auf der Sonnenseite der deutschsprachigen Dramatik zu liegen kommen soll, gleich mit dazu auf…“ Diesen Satz spricht Monika Dortschy in ihrer Rolle als so mondĂ€ne wie fabelwesenartige MĂ€rchentante, die das Geschehen auf der BĂŒhne bisweilen kommentiert oder unterbricht. Sie sit die Außenwelt in einer sonst aufs Innerste bezogenen Szenerie, die dem Zuschauer gleichwohl wie in einer voll ausgeleuchteten Vitrine (BĂŒhne: Felix Meyer-Christian) dargeboten wird.
(CHRISTIAN FRIEDRICH, FAZ, Rhein Main, 19. April 2014)

Natascha Gangl sorgt fĂŒr Spannung im Haus
GRAZ. Szenarien der Furcht und Hoffnung setzten das Publikum im TaL zwei Abende lang vom Keller aufwĂ€rts in Bewegung. Installationen fĂŒr alle Sinne machten betroffen, irritierten, begeisterten, fĂŒhrten vom Kongo ins QuarantĂ€nezelt und zur BĂŒhne. “Pandemie. GebĂ€re dich selbst!” vermittelt nicht nur diebischen Einbruch ins sichere Haus und den Virus als Lebenstopos, sondern auch den Bruch mit linearem Konsumtheater, den die 1986 in Bad Radkersburg geborene Natascha Gangl (Foto) und das grandiose Team unter Kathrin Mayr bei UniT mit allen Mitteln der Kunst – einschließlich Arien – ausreizen. Nicht ohne GrĂŒĂŸe von Lehrmeister Schlingensief. Das experimentelle Welt- und Lebenspanoptikum verlangt unbedingte Fortsetzung. Ebenso außergewöhnlich und nominiert ins heute beginnende bestOFFstyria-Finale ist “Das kleine HasenstĂŒck” der vielversprechenden Jungautorin.
(EWS, Kleine Zeitung, 10.09.2012)

Das Leben in Kreisen fortfahren.
Mit dem StĂŒck ĂŒber drei Menschen, die sich gegenseitig in die Bahn geraten, wechselt die steirische Autorin, die Karriere-Gleise: von der Regionalbahn zum Intercity-Express.‹Gegen das edgĂŒltige Entgleisen unserer Existenz schreibt Natascha Gangl in ihrem aktuellen StĂŒck „In Bahnen“ an. Drei ganz unterschiedliche Charaktere lĂ€sst sie auf einem Bahnhof aneinander stoßen… Die Sprache der sie sich dabei bedient, ist von einer im Kreis trippelnden Redundanz geprĂ€gt, die den Figuren ein symptomatisches Klangbild verleiht. (…) Ihre zirkulĂ€ren Sprachmalereien lassen eine Sogwirkung entstehen, der es sich auszusetzen lohnt.
(Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 14. November 2008)

Die Hasen-Demontage
Die steirische Autorin Natascha Gangl erlaubt in ihrer Ein-Hasen-Revue einen klugen, unterhaltsamen Ausbruch aus festgefahrenen Rollenmustern.‹(…) Singend, rollschuhfahrend, philosophierend und Beuys-zitierend demontiert es sich und seine Artgenossen Schritt fĂŒr Schritt selbst. Am Höhepunkt schleppt es (ein „Hase unser“ betend) einen Rahmen auf die BĂŒhne, konfrontiert das Publikum mit der Leere, die diese Demontage hinterlassen wird. Die Assistenzstelle beim zu frĂŒh verstorbenen Regisseur Christoph Schlingensief hat Gangl in ihrer Entwicklung beflĂŒgelt und endgĂŒltig zu einer der begabtesten JungdramatikerInnen Österreichs gemacht. Bei aller Humorigkeit hat sie in „Das kleine HasenstĂŒck“ aussagekrĂ€ftige Bilder gefunden, mit denen sie widersprĂŒchliche menschliche BedĂŒrfnisse kommentiert (…)
(Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 23.11.2011)